Infoveranstaltung: „Unheilige Allianzen“

Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus.

Black Metal gilt als ein Stil der Extreme. War die Musikform in den
1980er-Jahren noch vornehmlich auf Schock und Provokation ausgerichtet,
stellten deren Protagonisten im Zuge der Renaissance des Black Metals in
den 90er-Jahren ihre propagierte Militanz mit Anschlägen auf Kirchen und
Menschen unter Beweis. Doch Black Metal ist mehr als laute Musik,
bemalte Gesichter und ein krasses Auftreten. Heute bewegt sich ein nicht
unbedeutender Teil der Szene zwischen Satanismus, Heidentum und der
offenen Glorifizierung des Nationalsozialismus. Die Anhänger eines
sozialdarwinistisch geprägten Satanismus propagieren als selbsternannte
„Elite“ die Vernichtung all dessen, was in ihren Augen schwach ist.

Um sich vom Christentum abzugrenzen, begeben sich andere Musiker auf
die spirituelle Suche nach ihren „eigenen“ Wurzeln und stoßen dabei auf
das neogermanische Heidentum. Damit versuchen sie ein „Recht des
Stärkeren“ zu legitimieren und vermeintliche Naturgesetze zu Richtlinien
für eine Gesellschaftsordnung zu erklären. Obgleich von der Öffentlichkeit
weniger beachtet, haben die extrem rechten Bands des Genres unter dem
Label „NS-Black-Metal“ den Schulterschluss mit ihren „Brüdern im Geiste“,
den neonazistischen Skinheads, längst vollzogen.

Die Referenten und Autoren des Buches „Unheilige Allianzen. Black Metal
zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus“, das Ende 2005 in der
Reihe antifaschistischer Texte im Unrast-Verlag erscheint, beschreiben
die Entwicklungen des Black Metals und seiner Szene, analysieren die
Motive des Genres sowie ihre Verknüpfung mit der Ideenwelt der extremen
Rechten und benennen Bands und Akteure, die zum neonazistischen
Untergrund in Deutschland und Europa gehören.

Am 10. Juli 2009 ab 19:00
im Café Knallhart
(in der Ex-HWP), Von-Melle-Park 9 (Uni Campus)

In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg